Ressourcenabbau in Indien: Konflikte um Rechtsstaat und Menschenrechte

von Theo Rathgeber

Im Mai 2015 veröffentlichten die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Stop Child Labour und India Committee of the Netherlands einen Bericht zu Sklaven- und Kinderarbeit in 18 Granitsteinbrüchen in Indiens südlichen Bundesstaaten Tamil Nadu und Karnataka. In Indien lagern rund 20 Prozent des Granitsteins weltweit. Europa ist neben China der größte Abnehmer. Der Naturstein wird in der Bauwirtschaft, von Friedhofssteinmetzen sowie für Küchen-Arbeitsplatten und Gartenzierrat genutzt. In den Steinbrüchen arbeiten überwiegend Angehörige aus niedrigen Kasten – weit unter dem Mindestlohn, ohne ein Mindestmaß an Gesundheitsversorgung oder Sicherheitsstandards. Ganze Hügel Granitstein verschwinden unter den schuftenden Händen der Arbeiter. In der Verwertung des Steinabfalls sind häufig Kinder beschäftigt. Die in den Niederlanden ansässigen Herausgeber der Studie befragten 26 Natursteinunternehmen zu den Ergebnissen und zu Maßnahmen in ihren Lieferketten. Nur zwölf haben überhaupt geantwortet, davon beteiligen sich vier an freiwilligen Initiativen zur Unternehmensverantwortung, um Mindeststandards in der Arbeitswelt sowie Menschenrechte einzuhalten.

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