Shreen Abdul Saroor
Ins Stocken geraten
Sri Lankas Versprechen einer opferzentrierten Vergangenheitsbewältigung

Im Oktober 2015 hatte sich die Regierung Sri Lankas zur Unterstützung der Resolution 30/1 des UN-Menschenrechtsrats vom Oktober 2015 bekannt. Diese ruft die Regierung dazu auf, umfassend bei der Vergangenheitsbewältigung vorzugehen. Die Regierung sagte zu, angemessen die Wahrheit zu erforschen, Täter strafrechtlich zu verfolgen, Wiedergutmachung zu leisten und Institutionen wirksam zu reformieren. Darüber hinaus verpflichtete sich die Regierung, Opfer sowie zivilgesellschaftliche Organisationen und NGOs zu konsultieren und sie über die Gestaltung und Umsetzung aller Prozesse zu informieren. Bisher ist die Regierung jedoch wenig dabei vorangekommen, ihre Selbstverpflichtung einzulösen.

Zur Autorin:
Shreen Abdul Saroor ist Frauenrechtlerin mit tamilisch-muslimischem Hintergrund, Gründerin der Mannar Women’s Development Federation (MWDF) und später des Women’s Action Network (WAN), eines landesweiten Zusammenschlusses lokaler Frauengruppen. Sie setzt sich seit Jahren für die Aussöhnung zwischen Tami-  len und Singhalesen ein und ist Trägerin des Bremer Friedenspreises 2011.