Katja Mielke
Islamischer Staat auch in Afghanistan?
Aus der Perspektive der Forschung

Der sogenannte Islamische Staat in Syrien und Irak (IS) bekennt sich immer häufiger zu Anschlägen in Afghanistans urbanen Zentren, zuletzt zum Überfall auf das zivile Krankenhaus in Kabul Anfang März 2017. Seit der IS im Januar 2015 Khorasan als neue Provinz auf dem Territorium Afghanistan-Pakistan verkündete, mehrten sich die Meldungen über dessen territoriale Ausbreitung und Einflusszunahme. Das Internationale Konversionszentrum Bonn (BICC) hat 2016 zusammen mit seiner afghanischen Partnerorganisation The Liaison Office (TLO) untersucht, wie sich der ISK in Afghanistan empirisch feststellen lässt, wie die Herrschaft im Lokalen ausgeübt wird, inwiefern der ISK tatsächlich ein verlängerter Arm des IS in Syrien und im Irak ist, welche ideologischen Ideen handlungsleitend sind, und inwiefern sich der ISK von anderen bewaffneten, dschihadistischen Gruppen abgrenzen lässt. Die bisherigen Forschungsergebnisse sind ernüchternd und alarmierend zugleich.

Zur Autorin:

Katja Mielke arbeitet seit mehr als zehn Jahren als Sozialwissenschaftlerin zu Afghanistan und ist aktuell beim Internationalen Konversionszentrum Bonn BICC (Institut für Friedens- und Konfliktforschung) beschäftigt.