Heinz Werner Wessler
Karachi, Pakistan und der Rest der Welt
Ein Rückblick zur Literatur in und aus Pakistan zum 70. Geburtstag

Die Klageliste der Literaturschaffenden in Pakistan ist lang. Ganz oben: Bücher lese kaum noch jemand. Intellektuelle Diskurse seien bedeutungslos geworden. Die einst angesehene Vereinigung der progressiven Schriftsteller sei nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Pflege der Sprachen verkomme ohnehin im Durcheinander von Englisch und regionalen Sprachen. Die Leute kämpften um Karriere und Jobs. Dafür müsse man eben anglophon werden. Da bleibe keine Energie für Gedanken um das große Ganze. Die herrschende Klasse mache ohnehin, was sie wolle. Der Islamismus im Verbund mit korrupten Sicherheitsorganen und unfähigen politischen Eliten mache ein normales Kulturleben unmöglich. Der nachfolgende Text geht dieser Klage und der Frage nach, inwieweit sie einem realen Zustand entspricht.

Zum Autor:

Heinz Werner Wessler ist Professor für Indologie an der Universität Uppsala (Schweden). Er war von 2005 bis 2011 Redakteur der Zeitschrift Südasien und ist Vorstandsmitglied im Verein Südasienbüro (suedasienbuero.de).