Jenny Bentley
Nationalismus und Ausgrenzung per Ausweis
Identitätsfragen in Sikkim

Seit dem Jahre 1975 ist Sikkim kein Königreich mehr. Gleichwohl bleibt im heutigen indischen Bundesstaat die historisch begründete Zugehörigkeit maßgebend. Die ehemalige Staatsbürgerschaft, belegbar durch Ausweispapiere, regelt immer noch weitgehend den Zugang zu wichtigen politischen und rechtlichen Ressourcen. Wer sich Sikkimese oder Sikkimesin nennen darf, ist aber umstritten und bürokratisch verworren. Während einige Bewohner/-innen jahrelang kämpften, um als Sikkimes(inn)en anerkannt zu werden, versuchen es andere mit gefälschten Papieren, um die Integrität ihrer Identität, aber auch den Zugang Begünstigungen zu bewahren. Daraus wird ein emotional aufgeladener Spießrutenlauf zwischen Minderheitenschutz und Ausgrenzung.

Zur Autorin

Jenny Bentley forscht seit 2005 in Sikkim und Westbengalen. Ihre Doktorarbeit an der Universität Zürich untersucht die vielfältigen Modalitäten der Zugehörigkeit zur Lepcha Gemeinschaft. Ihre Forschungsinteressen sind ethno-politische und indigenen Bewegungen, Ethnizität, Rituale und die heilige Landschaft im Himalaya, Vulnerabilität und Resilienz.