Dolly Kikon
Gedanken einer Naga-Feministin
Naga-Tradition und Geschlechtergerechtigkeit als Gegenpole

Was bedeutet Geschlecht? Und was bedeutet Gerechtigkeit? Was hat in der Gesellschaft der Nagas den höheren Stellenwert, und wie ist das zu verstehen? Wie in vielen nationalistisch geprägten Gesellschaften waren Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit auch bei den Nagas lange Zeit Randthemen. Uns wurde gesagt, diese Themen könnten warten bis unser Volk die Freiheit erlangt hätte, für die es kämpft. Welche Bedeutung hätte es gehabt, unter diesen Umständen den Frauen der Nagas irgendeine Art von Rechten zuzugestehen? Solange Begriffe wie Frauenrechte und Gleichberechtigung der Geschlechter für einflussreiche, traditionelle Organisationen der Nagas negativ besetzt sind, bleiben sie bedeutungslos. Ob das so bestehen bleibt, dieser Frage geht der Text mit Hintergrundinformationen nach.

Zum Autor

Dolly Kikon promovierte im Fach Anthropologie an der Stanford-Universität und lehrt an der School of Social and Political Sciences in Melbourne. Sie forscht zur politischen Ökonomie extraktiver Ressourcen, Fragen der Entwicklung, Gender-Beziehungen, Gewohnheitsrecht und Menschenrechte im Nordosten Indiens.