Thomas R. Eimer & Luuk Schmitz & Sabrina Rahman Shanto
Vom Kolonialismus zum Wirtschaftsnationalismus
Landrechtsreformen in Indien

„Ohne Strom können wir leben, nicht aber ohne Land“ – mit diesem Slogan protestierten 2006 die Anwohner/-innen des Gebiets rund um den Tipaimuk-Staudamm in Manipur (Indien) gegen das geplante Großprojekt und den damit verbundenen Verlust ihres Siedlungsraums.1 Im Kern fasst die Plakataufschrift der Demonstranten den Konflikt zwischen Modernisierung und Landrechten zusammen, der in Indien zu vielfältigen, häufig auch gewalttätigen Auseinandersetzungen führt. Besonders betroffen hiervon sind immer wieder die indigenen Bewohner/-innen Indiens, die Adivasi. Selbst offiziellen Zahlen zufolge wurden seit der indischen Unabhängigkeit allein bis 2011 schon 60 Millionen Menschen in Indien Opfer von Zwangsumsiedlung und Vertreibung, davon 40 Prozent Adivasi.2 Mit etwa 330 Millionen Hektar verfügt der indische Subkontinent nur über etwa 3,2 Prozent der globalen Landfläche, wird aber von mehr als 16 Prozent der Weltbevölkerung bewohnt.3 Landnutzungsrechte sind somit politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich ein hochbrisantes Thema.

Zur Autorin und zu den Autoren

Thomas R. Eimer ist Assistenzprofessor für Internationale Beziehungen an der Radboud Universität Nijmegen (Niederlande). Sein Forschungsgebiet umfasst die inter- und transnationale Regulierung von Eigentumsrechten vornehmlich in Schwellenländern.

 

Luuk Schmitz ist Juniordozent für Politikwissenschaften an der Radboud Universität Nijmegen. Im Mai 2018 hat er sein Studium mit einer Master-Arbeit zur europäischen Entwicklungs- und Handelspolitik abgeschlossen.

 

Sabrina Rahman Shanto studiert Planungswissenschaften und Humangeographie an der Radboud Universität Nijmegen.