Arvind Narrain
Im heutigen Indien ist die Zivilgesellschaft in Gefahr
Die Vereinten Nationen werden hellhörig

Indien nennt sich stolz die größte Demokratie der Welt. Dem Gesetz nach trifft die Bezeichnung zu, da die Regierungen, abgesehen von der Zeit des inneren Notstandes (1975­1977), in regelmäßig stattfindenden Wahlen gewählt und abgewählt wurden. Ist eine Staatsform jedoch schon dadurch eine Demokratie, dass regelmäßig Wahlen stattfinden? Muss sich eine Demokratie nicht auf eine Verfassung gründen, die ein gemeinsames Leben, Minderheiten und abweichende Ansichten zu achten, festschreibt? Nach allgemeiner Auffassung sind freie Medien und eine lebendige Zivilgesellschaft grundlegend für die Schaffung einer derartigen Demokratie.

Zum Autor:
Arvind Narrain ist Direktor von ARC (Allied Rainbow Communities) International in Genf; siehe auch http:// arc-international. net/about/aboutarvind-narrain-geneva-director. Der Autor dankt Pooja Patel vom International Service for Human Rights (ISHR) für ihre wertvollen Anregungen.